Berichte - Reisen
Südwestschweden
Stationen einer Reise, September 2008Warum Südwestschweden?
Südwestschwedische Gesteine sind an den süddänischen Stränden und an der Flensburger Förde häufig anzutreffen.
Allen voran der unverkennbare Kinne-Diabas - aber auch Granat-Amphibolit und mafische Granulite in unterschiedlichen Abwandlungen sind nicht selten. Flammenpegmatit vermutlich lokal schon eher, denn er wird auf Grund seiner Farbigkeit gerne aufgehoben und mitgenommen - und ist dann erst einmal weg….
Neben diesen markanten Vertretern der südwestschwedischen Gneisregion gibt es noch die unauffälligeren, die man am Strand leicht übersieht, wenn das Auge für sie nicht geübt ist: Syenite aus dem Vaggeryd-Gebiet und Varberg-Charnockit zum Beispiel. Und wie steht es mit dem raren, rätselhaften „Schonengranulit“? Oder dem Nordwest-Dolerit, der nicht verwechselt werden will mit anderen feldspatführenden Diabasen? Dem Halmstad-Gneis, der den Flensburgern zum Beispiel vom Südermarkt-Pflaster her bei Regenwetter kräftig schwarz-rot streifig entgegenleuchtet… wo ist er „zuhause?“
So war es ein naheliegendes Anliegen, die hier einesteils vertrauten und gut bekannten, andernteils nicht recht fassbaren oder noch undeutlichen Gesteine in ihren Herkunftsgebieten aufzuspüren und eine Anschauung ihres Kontextes zu bekommen - soweit als möglich.
Kulla Gunnarstorp (lok. 1)
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Kullaberg (lok. 2)
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| an der Westspitze „Udden“ |
Wenn man es auf sich nimmt, auf den Klippen Kullens Spitze zu umklettern, fällt bald auf, wie sehr der rötliche, feinkörnige Gneis in verschiedenen Richtungen von Adern und Gängen anderer Gesteinsarten durchzogen ist - es sind Risse und Klüfte im Gestein, die später durch neues (überwiegend dunkles) Magma ausgefüllt wurden.
Einige Beispiele:
| b. |
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Es gibt Partien mit grobkörnigem weißschlierigem
Granatamphibolit. Er enthält teilweise recht große
Granatkristalle bzw. -aggregate und sieht von der Verwitterung
stärker mitgenommen aus. |
So hat die Kullen-Spitze bereits einige der südwestschwedischen
Metamorphite präsentiert.
Sie hat beispielhaft gezeigt, dass das Gebiet durch Gebirgsbewegungen
beansprucht und petrographisch verändert wurde.
Kullait
Da der sporadische Regen sich verstärkt und es jetzt ringsum sehr
eingenebelt aussieht, trete ich den Rückzug an, ohne die Kletterpartie
zu Wallengrens Grotta zu machen und den dort anstehenden
Kullait aufzusuchen. Das
ist zu verschmerzen, denn zu Hause liegt bereits wohlverwahrt ein sehr
schönes Mitbringsel von M. Bräunlich von einer früheren Exkursion:
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| Kullait, Anstehendprobe von Wallensgrens Grotta, Kullen, leg. Matthias Bräunlich. | |||
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| Kullaitgang, ca. 50 cm breit | anstehender Kullait | Kullaitgeröll am Strand |
Der etwas breitere der beiden Gänge ist deutlich rotbraunfarbig, mit reichlich kleinen roten Feldspatsplittern.
Der schmalere, nur etwa 25 cm breit, ist mehr grün-bräunlich, mit weniger und dünneren Feldspatkristallen in der insgesamt dunkleren Grundmasse, auch die Einsprenglinge sind rar - ein Übergang zum gewöhnlichen Diabas möglicherweise. Verstreut finden sich im rotbräunlichen Typ rot gerandete, trüb-schwärzliche Feldspateinsprenglinge, sie sehen nach Plagioklas aus. Mehr ist ohne weitere Hilfsmittel nicht festzustellen
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| loser Stein; Josefinelust | Kullaitgeröll Josefinelust | dunklere Kullait-Variante |
Die Kullaite von Josefinelust erscheinen in beiden Typen bräunlicher
(weniger feldspatreich) als der rote Typus von Wallengrens Grotta.
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| anstehender braunroter Kullait | zerklüftete Küstenlandschaft | grünbrauner Kullaitgang |
Kullaite sind als Geschiebe sicher äußerst selten, die Fundwahrscheinlichkeit ist gering. Es sind jedoch Funde belegt - und die Attraktivität dieses diabasischen Mischgesteins empfiehlt, die Augen offen zu halten - am besten bei nassem Wetter!
Nordwest-Dolerit
Ebenfalls am Kullaberg-Horst kann man Nahgeschiebe des Nordwest-Dolerit
finden.
Es sind
a. schwarze, sehr feinkörnige Ganggesteine mit papierdünnen, dunkel
getönten Plagioklasflächen. Je nach Anschnitt der Plagioklas-Kristalle
erscheinen feine Leisten oder spiegelnde Flächen, bis 2 x 2 cm groß. In
der Verwitterung bzw. in der Außenseite eines Gerölls oder Geschiebes
werden diese feinen Leisten allerdings weiß. Die feinkörnigen, nahezu
dichten schwarzen Typen fühlen sich als Geröll glatt wie dichter Basalt
an.
b. Bei den etwas grobkörnigeren Formen liegen die dünnen
Plagioklasblätter ebenso richtungslos gestreut, die Zwischenmasse wirkt
dunkelgrau, unter der Lupe ist aber ein feines ophitisches Gefüge
erkennbar. Tastgefühl: weniger glatt.
c. Die Gerölle der deutlich grobkörnigen Form wirken rostig bräunlich,
fühlen sich rau an. Die Grundmasse ist ophitisch, Magnetitkörner lassen
sich mit dem Magneten nachweisen.
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| NW-Dolerit mit feinkörniger Grundmasse | NW-Dolerit mit grobkörniger Grundmasse | |||
| Nahgeschiebe Arild, Kullaberg | ||||
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Eine Annäherung an den
Schonengranulit? (lok. 3)
Der feinlagige rote Gneis ist durchzogen von pegmatitischen
Strukturen unterschiedlicher Feinheit und Mächtigkeit -
alle (von mir gesehenen) zeigen Merkmale starker Deformation.
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| Gang im Rotgneis (def. Pegmatit) | Deformierter Quarz-Feldspatpegmatit |
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| unterschiedliche Feinheit im schlierigen Gefüge der Pegmatite | ||
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dem „Schonengranulit“ am nächsten? Mir blieb die Frage offen, ob der gesuchte „Granulit“ den feinen Pol im Spektrum der deformierten Pegmatite darstellt? |
Die unmittelbare Nähe zu Jura-Formationen zeigt sich im Steinbruch
übrigens in den vielen calcitschüssigen Brekzien -
sowohl mit eingelagerten, schiefrigen Meta-Dolerit- als auch mit
Gneisbruchstücken. Die kleine Ausstellung im Büro zeigt ansehnliche
Kalkspatstufen, z. T. mit Pyrit bestäubt.
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| Metadoleritbrekzie | Gneisbrekzie | |||
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| calcitgebundene Metadoleritbrekzie, Åstorp | ||||
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Skäralid (lok. 4)
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Der graue Quarz ist plattig-schlierig, sehr feinlagig. Der sehr kleinkörnige Feldspat füllt den übrigen Raum. In der Verwitterung zeigt sich seine feine Körnigkeit (rechts). Mit der Lupe sind keinerlei mafische Komponenten zu erkennen.
Gründlichere Recherchen und besseres Beleg-Material können sicher klarere Ergebnisse bringen…
| nach oben |
Båstad, Hallandsås (lok. 6)
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| Bunte deformierte Pegmatite, feinkörnig, Steinbruch Båstad | ||||
| nach oben |
Halmstad-Gneise (lok. 8)
Die auffallenden, rot-schwarz gestreiften Pflastersteine aus dem Flensburger Stadtgebiet in Erinnerung, war ich nun neugierig auf das Erscheinungsbild der Halmstad-Gneise. Das Aha-Erlebnis angesichts der mächtigen Uferschutzwälle am Industriehafen im Süden von Halmstad (Västerwallvägen) ließ nicht lange auf sich warten. Dort liegt jede Menge frisches Anschauungsmaterial. Der migmatitische Charakter ist unverkennbar - jeder Brocken hat sein eigenes Dekor.|
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| Uferschutz am Industriehafen von Halmstad: migmatitische Söndrum-Gneise | ||||
Die Steinbrüche im Stenhuggeriet von Söndrum
(lok. 9)
bestätigen die Herkunft des Materials.
Info-Tafeln weisen auf den
früher ausgedehnten, europaweiten Handel mit den "Söndrum-Steinen" und ihre
Beliebtheit als Dekor-Steine hin. Sie werden auch bei uns noch als
Material für Grabsteine gehandelt.
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| Der größte Bruch: „Bastaskärbrottet“, Söndrum migmatitischer Söndrum-Gneis, weit als Handelsware verbreitet | ||||
Nüchterner gibt sich der graue Gneis im kleinen,
überwachsenen Steinbruch von Haverdal
(lok. 10), nördlich von
Halmstad. Er ist mit rötlichen, pegmatitischen Bändern und
unauffälligeren, rötlichen Schlieren durchsetzt.
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Charnockit
von Björnemossa (lok. 5)
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| Charnockit mit Verwitterungsrinde | Ausschnitt |
Bereits an der Grenze zwischen Schonen und Halland stieß ich auf das
südlichste bekannte Vorkommen eines Charnockits in
Südwestschweden (nach einer Angabe durch R. Vinx).
Es ist ein versteckter kleiner Aufschluß bei Björnemossa nahe
Örkelljunga. Sehr klar zeichnet sich die Verwitterungsrinde im Handstück
ab. Kleine Granatkörnchen sind in geringer Zahl im Gestein eingestreut.
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Eine oxydierte Gesteinsprobe bestätigt die Feinkörnigkeit des Charnockits von Björnemossa. |
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| feinkörniger, oxydierter Charnockit |
| nach oben |
Charnockit von Ramshall (lok. 7),
südöstlich von Halmstad und
westlich von Veinge.
Diesen Ort suchte ich auf, weil die geol. Karte hier Charnockit
vermerkte - auf Verdacht also.
Zunächst war die ganze Gegend nicht sehr vielversprechend - ausgedehntes, flaches Ackerland. Aber im Zentrum des Kringels auf der Karte eine kleine Kuppe, bewachsen und bebaut. Auf ihrer "Höhe" eine große Veranstaltungshalle mit Parkplatz. Beim Herumschlendern stieß ich immerhin auf kleine offene Flächen anstehenden Gesteins,...
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Das Gestein weist granulitisch-gneisige Textur auf.
Es ist, in den hellen wie auch in den mafischen Partien, reichlich von
klarem Quarz durchsetzt und deshalb recht fest. Die hellen Partien sind
ein kleinkörniges Gemenge aus rötlichem oder blassrosa bis
fahlgrünlichem Feldspat und Quarz.
Die schwarzen Schnüre oder Flecken bestehen aus sehr feinkörniger
Hornblende, eventuell auch Biotit und weiteren Nebenbestandteilen, durch
Quarz „verschweißt“. Staubfeine Granatkörnchen sind v. a. in den
mafischen Aggregaten hier und da mit der Lupe erkennbar.
| nach oben |
Eine weiteres Vorkommen eines Charnockits befindet sich in dem etwas
abseits liegenden
"Bolagsbrottet" in Söndrum, Halmstad (lok.9)
Er weist interessante Einschlüsse auf.
Auf der Nordseite zieht ein undeutlich begrenzter
Pegmatitgang nahezu senkrecht durch den Fels.
Unterlagen der
DMG-Tagung 1996 (Vorexkursion IG Lund) benennen die Bestandteile des
Pegmatits: Quarz (grau), Mikroklin (rot), Plagioklas (weißlich),
Klinopyroxen + Hornblende (schwarz).
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| Pegmatitgang, flankiert von charnockitisiertem Gneis | hornblendereicher Pegmatit | grünlicher Feldspat-Megakristall |
Das Gestein zu beiden Seiten als Übergang zum rötlichen Gneis sieht
ungewohnt grüngrau aus.
Es ist Charnockit als Umwandlungsprodukt des
granitischen Gneises im Kontakt zu dem Pegmatitgang (s. oben erwähnter
Bericht).
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| Ausschnitt: charnockitisierter Gneis | Ein Handstück des Kontaktes zwischen dem deformierten Pegmatit und dem grünlichen Charnockit (linker Rand). |
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| Charnockit vom Bolagsbrottet, Söndrum. Die Granatkörnchen in den Charnockit-Proben sind mikroskopisch klein. | ||||
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Varberg (lok. 12)
Der umfangreichste Charnockit-Komplex in Südschweden ist mit unterschiedlichen Ausprägungen in derRegion um Varberg aufzufinden.
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| Varberg Festung | Festungsmauerwerk |
So prägt der überwiegend grünliche Varberg-Charnockit
nicht nur das Erscheinungsbild der großen Festungsanlage, sondern findet
sich an vielen Stellen als Gebrauchsstein im Stadtbild.
Rund um die Festung kann man als Uferbefestigung vorhandenes Gesteinsmaterial
studieren, ebenso in den ehemaligen Steinbrüchen zwischen Festung und
Krankenhaus. Dabei lassen sich zwei Farbvarianten feststellen:
die verbreitete grünliche und eine seltenere bräunlich-rötliche.
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| grünlicher, sehr feinkörniger Charnockit | granatreicher, braunrötlicher Charnockit |
Im Gefüge überwiegen feinkörnige oder leicht gneisige Typen, wobei der gneisige Charakter durch die flaserige Streckung der mafischen Aggregate entsteht. Wird der Stein parallel zu diesen flachen Aggregaten geschnitten und poliert, entsteht eine großflächig schwarzpunktierte Wirkung, die für Deko-Zwecke eingesetzt wird.
Die feinkörnige Gesteinsmasse ist zuckerkörnig granulitisch, mitunter
so fein, dass man an grünen „Sand“ denken könnte
(z. B. im ersten Bild).
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| feinkörniger, gneisiger Charnockit | Gesägte und in einer Hälfte polierte, schwarzfleckige Platte, Fußgängerzone Varberg |
Porphyrische Formen treten in größeren Komplexen mit eingelagerten Megakristallen aus schwärzlich-grünem Kalifeldspat auf. Plagioklas ist meist unscheinbar in die feinkörnige Zwischenmasse eingebunden.
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| porphyrischer Varberg-Charnockit | ||||
Alle kleinen Proben stammen aus den Steinbruchhalden.
Zur Anschauung
einige weitere Aufnahmen aus dem Material des Uferschutzes,
Bildausschnitte ca. 20 - 25 cm.
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| rötlicher Charnockit | mittel - grobkörniger Charnockit | |||
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Ausschnitt: mittel-grobkörniger Charnockit |
angewitterter porphyrischer Charnockit |
| nach oben |
Gute Eindrücke vom Vorkommen und dem Erscheinungsbild des Charnockits bietet die nordwestlich von Varberg gelegene
Halbinsel Getterön (lok. 13).
Dort stehen weiträumig abgeschliffene Felsen an. Wo sie frei von Flechten sind - d.h. zwischen der geschwärzten Nasszone an der Wasserlinie und den überwachsenen höheren Lagen, kann die Textur und die Lagerung studiert werden. Auch können Gerölle gesammelt werden.|
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| Getterön, Röselandskap | grobkörnige Bänder liegen oft parallel im Meterabstand | |||
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| porphyrischer Charnockit | Klüftung und Bänderung divergieren |
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| Übergang vom Charnockit zu einem rötlichen Gneis, granatreiche Intrusionen aus mafischem Granulit, Ausschnitt mafischer Granulit | ||
Einige Strandsteine zu weiterer Anschauung (Getterön Röselandskap und Campingplatz):
| nach oben |
Während die Charnockit-Gesteine um Varberg überwiegend feinkörnig-gneisig ausgepägt sind, zeigt ein
Strassenaufschluss bei Himle (lok. 14)
südöstlich von Varberg,einen mittel-bis grobkörnigen, festen, vergleichsweise quarzreichen Charnockit. Es handelt sich um eine Intrusion in einem feinkörnigen, rötlichen Gneisgranit.
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| Charnockit am Aufschluss Himle | Charnockit von Himle |
| nach oben |
Roter Varberg-Granit
Am Uferweg in Varberg, zwischen Festung und Krankenhaus, stößt man
mitten im Charnockit-Gebiet auf ein rot-schwarzes magmatitisches
Gestein, das auf Grund seiner Farbe und Textur überrascht.
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| 1 Aufschluss am Uferweg | 2 Ausschnitt von 1 | |||
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| 3 Gesteinsprobe | 4 Gesteinsprobe |
Schaut man genauer hin, werden Besonderheiten deutlich: der reichlich
vorhandene, klare, graue Quarz tritt gemeinsam mit den schwarzen
Gemengteilen auf und umschließt die bis mehrere cm großen, roten
Feldspatansammlungen.
Diese sind keine Einzelkristalle, haben aber
häufig den annähernd rechteckigen Umriss der Feldspatkristalle
(s. Abb.2) und bestehen aus unzähligen, bis 2 mm großen
Kristallkörnchen, vielfach ohne klare Form. Es ist granulierter
Feldspat.
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| 5 Gesteinsprobe | 6 Gesteinsprobe |
Die körnigen Komplexe bestehen überwiegend aus roten Feldspatkörnern, in den größeren Komplexe finden sich jedoch oft Anhäufungen hellgelber Körner (s. Abb.6).
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| 7 Gesteinsprobe | 8 Gesteinsprobe |
In den roten Feldspatkomplexen können Granatkörnchen schwer erkannt
werden, in den gelben wohl (s. Abb. 7 und 8).
Es handelt sich um den von Holmquist (1906) erwähnten "Augengneisgranit mit
granuliertem Feldspat und rauchgefärbten Quarzkörnern von
Warberg", ein isoliertes Vorkommen des
Torpa-Granits in einer stark granulierten Form.
Heute weiß man, dass der Torpa-Granit eine mit dem Varberg-Charnockit
assoziierte granitische Intrusion ist. Beide entstammen der
Hochdruck-Granulitfazies.
| nach oben |
Granite im Umfeld des Varberg-Charnockits
Da mich Granit-Vorkommen grundsätzlich interessieren, habe ich mich bemüht, einen Eindruck von den eingetragenen porphyrischen Graniten östlich und nordöstlich von Varberg zu bekommen (geologische Karte Nr. 41). Hier finden sich
z. B. einige kleinere Vorkommen von mafitreichen (monzonitischen) Graniten mit Megakristallen aus
dunkelbraunviolettem Kalifeldspat.
Torpa-Granit (lok. 15)
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| angewitterter Straßenaufschluss in Tofta, | Torpa-Granit, Tofta (6 km nordöstlich von Varberg) | |
Neben dem oft großkörnigen Kalifeldspat gibt es Anhäufungen von
gelbweißlichem, kleinkörnigem Plagioklas.
Schwarze Aggregate aus Biotit und Hornblende füllen gemeinsam mit
dunkelgrauem Quarz die Zwickel zwischen den groß- oder grobkörnigen
Kalifeldspäten.
Tjärnesjö-Granit (lok. 16)
Granit von Älvsered (lok. 17)
Granit von Kungsäter (lok. 18)
| nach oben |
Vaggeryd-Syenit (lok. 26)
Auch ich stand vor dem Handicap, dass es schwierig ist, Aufschlüsse im Vaggeryd-Gebiet zu finden.
Ein Syenit-Steinbruch bei
Klevshult im Vaggeryd-Gebiet, ca. 40 km südlich von
Jönköping (lok. 26):
Eine von M. Bräunlich geleitete, mehrtägige Exkursion Mitte September 2008 bereicherte meine eigene Reise in bester Weise. Gemeinsam wurde dieser als Holzlager genutzte, alte Syenit-Bruch aufgesucht. Die schwarz-rote Grobkörnigkeit des Gesteins ist unübersehbar.
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| Syenit-Steinbruch bei Klevshult, 20 km südlich von Vaggeryd | grobkörniger Syenit |
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Das Gestein enthält bis 1,5 cm große graurötliche Feldspäte in einer überwiegend sehr feinkörnigen, schwarzen Zwischenmasse aus (vermutlich) Biotit und Hornblende. Sehr wenig Quarz in manchen Zwickeln. Die Feldspäte haben keine klaren Konturen, sind trüb-matt und oft durchsetzt von staubfeinen mafischen Partikeln. Es gibt Feldspatkomplexe (3. Bild) mit rötlichen Konturen, die ansonsten aus einer graugrünrötlichen mineralischen „Pudermasse“ zu bestehen scheinen. Das eher bröcklige Gestein wirkt insgesamt wie mit Gesteinspulver durchstäubt.
| nach oben |
Mafische Granulite (lok. 11, 19, 21)
Mit dunklen Magmen gefüllte Klüfte bzw. mafische Gänge oder flächige Intrusionen sind im südwestschwedischen Grundgebirge zwischen Kullen und Varberg vielfach anzutreffen.Manche haben die granulitfazielle Metamorphose der Region mitvollzogen - aus Basalten und Doleriten wurden dabei „Mafische Granulite“.
Wir finden sie als intrusive Bänder oder Bereiche in Steinbrüchen und Strassenaufschlüssen und können dort das Material in die Hand nehmen und studieren.
Als migmatitische Einlagerungen finden wir Mafite in besonders
anschaulichen und schönen, freilich unantastbaren Formen in den
abgeschliffenen offenen Klippen an der Küste zwischen Halmstad und Bua.
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| Storaskär, Steningestrand | Bua Strand | Lerhuvudet, Klosterfjorden | |
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| Stensjöstrand | Lerhuvudet, Klosterfjorden | Stensjöstrand |
Das Naturschutzgebiet von Stenjöstrand zeigt mannigfaltige und optisch vielfach staunenswerte Ausprägungen von Magmamischungen, migmatitischen Partien und Deformationserscheinungen. Die Strukturen "fliessen" in den flachen, geglätteten Klippen zum Ufer hin - man spaziert über ein kilometerweites Tableau erstarrter, plastischer Bewegtheit.
| nach oben |
Granatcoronit (lok. 25)
| Feinkörniger Granatcoronit als anstehendes Klippengestein auf der Halbinsel Grasskär (s.u. lok. 19) südlich des Klosterfjorden. |
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Gislaved (lok. 25)
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| Straßenaufschluss mit Halde, Gislaved | Probe Granatcoronit, Gislaved |
Bei Gislaved gibt es einen Strassenaufschluss mit umfangreicher
Blockhalde. Es handelt sich um mafischen Granulit,
z. T. feinkörigen
Granatcoronit.
Ein Wegweiser durch hilfreiche Steinfreunde: Eine Corona aus
Quarzsteinen kennzeichnet den Bereich der Halde, wo gehäuft Coronite zu
finden sind.
(Erstbeschreibung des Granatcoronits als Leitgeschiebe durch R. Vinx
„Archiv für Geschiebekunde“ 2/1 März 1996)
| nach oben | |
Grasskär (lok. 19)
| Die Schären-Halbinsel Grasskär südlich des Klosterfjorden ist eine weiträumige Naturlandschaft, ein baumloses Heidegebiet - und eine Fundgrube im Hinblick auf Gesteine. |
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Anstehender Granatamphibolit und loser Strandstein |
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Weiter westlich ein Kontakt ( = diagonal im Bild)
zwischen feinkörnigem Amphibolit und hellem deformiertem Pegmatit bzw.
Flammenpegmatit.
Im Pegmatit waren Hornblende-Megakristalle ausgebildet.
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| Kontakt Amphibolit-Pegmatit | Hornblende-Megakristalle | |
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Weitere Megakristalle:
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| Kalifeldspat-Megakristall | Plagioklas mit Zwillingslamellen | Feldspat mit perthitischer Entmischung |
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| Violett-graue Feldspäte | Nicht deformierte Pegmatitrippe in feinkörnigem, mafischem Gestein, | Feldspat-Megakristall in Gneisgranit, loser Stein, Grasskär |
| nach oben |
Flammenpegmatit (u. a. lok. 11)
Deformierter Bunter Pegmatit bzw. Flammenpegmatit(Erstbeschreibung als Leitgeschiebe siehe R. Vinx in „Archiv für Geschiebekunde“ 2/6 1998)
Nicht deformierte und deformierte Pegmatite finden wir im gesamten südwestschwedischen Gneisgebiet als eingelagerte Gänge in unterschiedlichen Ausprägungen. Wenn sie mit dem metamorphen Gastgestein in gleicher Richtung "fließen" (konkordant), zeigen sie meist entsprechende Deformationserscheinungen - sie unterlagen denselben Einwirkungen wie das umgebende Gestein. Wenn sie quer (diskordant) und - somit zu einem späteren Zeitpunkt - den Fels durchschneiden, sind sie oft nicht oder wenig deformiert.
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| Konkordanter Flammenpegmatit, Stensjöstrand | Diskordanter Pegmatit, Bua Strand |
Die deformierte und schön dreifarbig geflammte Variante habe ich weniger oft angetroffen - häufig dann eher kleinkörnig.
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| Flammenpegmatit Stensjöstrand | mäßig deformierter bunter Pegmatit, Grasskär |
| nach oben |
Gneis (u. a. lok. 20)
Deformierte granitoide Gesteine prägen das Landschaftsbild in Südwestschweden - oftmals in bewundernswerten Bildungen.
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| Heller, feingewellter Gneis, Grasskär | migmatitischer Gneis, Lerhuvudet, Klosterfjord | |||
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| Einfallender gebänderter Gneis, Sandhamn, Klosterfjord | Migmatitisch gebänderter Gneis, Sandhamn am Klosterfjord |
An der Nordseite des Klosterfjorden, am Strand von Sandhamn,
lassen sich diese deutlich einfallenden, migmatitisch gebänderten Gneise
bewundern. In großen Partien ragen sie wie "abgekippt" aus dem Sand. In
der Verwitterung wird
die klare Bänderung plastisch: die härteren,
felsischen Lagen widerstehen.
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| Einfallender Gneis, Sandhamn Strand | Verwitterter Fels im Gelände oberhalb |
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Pegmatite bei
Gnipeberg (lok. 22)
Ein Blockhang im Wald bei Gnipeberg überraschte mit interessanten Pegmatiten.Zwei Beispiele:
Quarz-Feldspat-Pegmatite können in Ausnahmefällen ein besonderes graphisches Gefüge zeigen. Die beiden Minerale sind dabei in einem winklig-keilschriftartigen Muster ineinander verwachsen - im Querschnitt erscheint ein sog.
"Schriftgranit". Das Exemplar von Gnipeberg zeigt Übergänge von feinem zu gröberem Gefüge.
Neben Quarz-, Glimmer- und Alkalifeldspat-Megakristallbrocken fand sich ein ungewohnt großes Stück aus grünlichem, braun oxydiertem Plagioklas.
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| Plagioklas (Kalknatronfeldspat) von Gnipeberg | ||
| nach oben |
Amphibolit-Taufsteine von
Fagered (lok. 23)
"Funtaliden" bei Fagered ist eine rekonstruierte Steinmetz-Werkstätte vor lokalhistorischem Hintergrund. Hier wurden im Mittelalter Taufsteine aus dem in der Umgebung vorhandenen Gestein angefertigt, aus Gneisen, feinkörnigem Diorit oder Amphiboliten. Vor allem der "Grünstein" (Amphibolit) scheint bevorzugt verwendet worden zu sein. Diese düsteren Taufbecken wurden allerdings später gerne farbig gefasst. Heute wird versucht, die alten Taufsteine in ihrem originalen Zustand wieder in Gebrauch zu nehmen.
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Amphibolit von einem Werkstück, Funtaliden |
feiner,
granoblastischer Amphibolit und feiner, gneisiger Amphibolit, Straßenaufschluss nahe Källsjö |
feinkörniger
Diorit, Straßenaufschluss ö. von Källsjö |
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"Gräne Gruva" bei Överlida (lok. 24)
An den Wänden sind pegmatitische Strukturen in vielen
Variationen zu sehen:
Rötliche Alkalifeldspäte dominieren, es gibt aber auch weiße Plagioklase
sowie rauchgrauen und milchig-weißen Quarz, große Biotit-Kristallaggregate
und wenig, im weißen Feldspat eingestreuten Muskovit.
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| Detailansichten der Pegmatitwand | ||||
Der Pegmatit wurde zwischen 1899 und 1932 gewonnen und mit der
Falkenberg-Schmalspurbahn zum Hafen transportiert, um dort nach
Deutschland verschifft zu werden. Der Feldspat war für die
Porzellanindustrie bestimmt, Quarz und der Gesteinsbruch wurden zur
Füllung von Granaten verwendet.
Es werden auch Informationen gegeben zu den beachtlichen Aufwendungen,
die unternommen wurden, um für den Abtransport des Gesteins am Ort ein
Moor und einen See zu überwinden.
Einige kleine Proben aus den Halden des Tagebaus:
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| Alkalifeldspat mit Entmischungslamellen | Plagioklas mit Zwillingslamellen | |
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| Biotitglimmer | Muskovitglimmer in Feldspat | Milchquarz | Rauchquarz |
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| Euxenit, Breite: 1,5 cm | Breite: 1,5 cm | Breite: 1cm |
Um den Tagebau zu erreichen, durchquert man in einem Moränengebiet eine umfangreiche Kiesgrube, die stillgelegt wurde und nun wiederaufgeforstet wird.
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Sehr schön ist an einer Stelle eine Serie angeschnittene glazialer Wälle zu sehen. |
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