Landschaft - Strände und Kliffs
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Varnaes Hoved
Ein exponiertes Kliff in der Apenrader Bucht
Varnaes Hoved ragt als markante Landspitze von Süden her in die Apenrader Förde.
Es ist als Landschaftsform
besonders ausgeprägt, weil östlich des Kaps der Als Fjord anschließt und so das Hoved
sehr exponiert ist. Diese Lage und die Tatsache, dass die
breite Bucht aufgrund ihrer Genese bis nah an das Kliff heran
ungewöhnlich tief ist, sorgen für kräftigen Wellenschlag und Kliffabtrag.
(Dän. „Hoved“ bedeutet „Kopf“ und bezeichnet häufig ein vorspringendes Kap.) Von der Kante des Steilufers geht der Blick über die Apenrader Förde, zum Haderslev Naes (= Nase) und östlich nach Nord Alsen.
Das nördliche Sundeved ist eine dynamische, kuppige Endmoränenlandschaft: eng gestauchte Hügel, von schmalen gewundenen Tälern durchzogen, mit Weiden, Feldern, Waldinseln und kleinen Mooren. Wenige hundert Meter südlich des Kliffabbruchs liegt als Waldsee versteckt ein kleiner, lang gestreckter Zungenbeckensee. Der Skovsø ist das Relikt eines Seitenarms des großen Apenrader Gletschers. Die Senke, in der er liegt, setzt sich andeutungsweise fort bis zur Badebucht Varnaes Vig.
Wer beim Strandwandern Vanaes Hoved umrundet, findet am steil vorragenden, aktiven Kliff Lagerungsverhältnisse aufgeschlossen, die zu der hügelreichen Landschaft passen: gestauchte, aufgeschuppte Lagen aus Schmelzwassersanden, Kiesbändern und dunklem Geschiebemergel über einem Keil aus grauem Eemton.
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Der Wasserstand ist heute niedrig. Ein Streifen geschwärzter Steine säumt die Wasserlinie. Wir wandern nach rechts, nordwärts, den Blick am Boden - ein Fleck mit vielen dunklen Gesteinen, Basalten, Amphiboliten, auch granathaltigen: wir halten Ausschau nach südwestschwedischen mafischen Granuliten. Beim letzten Besuch hatten wir spontan zwei schöne Granat-Coronite gefunden...
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| Olivinbasalt | Dolerit | Basalt mit
hellem, intrusivem Magma |
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| Granatamphibolit | mafischer Granulit | Hornblendit |
Der Himmel ist bewölkt, aber es regnet nicht. Beinah schade, denn die trockenen Steine am Strand sehen recht einheitlich hell aus und verraten selten auf den ersten Blick, was sie sind. Dennoch gibt es solche mit kontrastreichem Erscheinungsbild, die dazu verlocken, sie kurz ins Wasser zu tauchen, um sich an ihrem „Design“ zu freuen.
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| Migmatit | Rotgneis | Schlierengneis |
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Seitwärts schimmert es hell im Gestrüpp
- Frühjahrsprimeln! Sie lieben den Geschiebelehm, der Hang ist übersät mit den zartgelben Blüten. |
Allmählich wird das Kliff höher und steiler - kein Schilf mehr am Ufer, das als Wellenbrecher dienen könnte. Am Fuß des Kliffs verraten ausgespülte Höhlungen, dass in den Wintermonaten hier das Wasser nagte. Der steile Hang ist nur noch mit Gräsern und Kräutern bewachsen, kurzlebiger Halt für den nachrutschenden Boden.
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| Das Wasser nagt am Klifffuß | Eem-Ton an der Basis des Kliffs | kurzlebiger Bewuchs |
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Einem Schild vergleichbar steht eine
aufgerichtete Scholle aus Ton und Geschiebemergel vor den dahinter liegenden, gestauchten Schichten aus Schmelzsanden und Kies. Der Ton enthält geringe Mengen feinen Muschelbruchs und verrät so seine Entstehung als marine Schlickablagerung. Obenauf liegen jüngere Schichten, schräg geneigt, aber weitgehend ungestört. Wir versuchen - nicht sehr erfolgreich - uns vorzustellen, wie der gesamte Verlauf dieser Lagerung ausgesehen haben mag (auch das, was nicht mehr vorhanden ist)... Sehr gute Infos zur Eem-Warmzeit siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Eem-Warmzeit |
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| Eem-Ton mit kleinen Muschelfragmenten |
Es sind hier Ablagerungen und nachfolgende Störungen aus
verschiedenen Stadien der letzten Eiszeit erhalten. Etwas weiter östlich
können wir die Dynamik der gestauchten Ablagerungen in handgreiflicher
Nähe studieren - die Farbunterschiede zwischen den mehr tonigen und
sandigen Lagen, dazwischen auch eine brauneisenreiche Oxydationsschicht,
sind besonders deutlich.
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| gestauchte Lagen aus Podsolböden und
Sanden |
Schmelzwassersande | Ausspülung an der Kliffbasis |
Wenn die Landspitze umrundet ist, wird die Kliffkante ostwärts rasch niedriger, das Steilufer ist wieder bewachsen, ein passives grünes Kliff. Auf der Höhe des gesamten Kaps erstrecken sich landwirtschaftliche Flächen, gut zu sehen bei www.mapplanet.com (als Satellitenbild). Die nächste Anfahrtsmöglichkeit gibt es daher erst etwa 2 km weiter. Es ist der Strandparkplatz am Naldtangvej.
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| Findling am Geröllstrand | bunter Grobkies | Granite |
Nun tut uns der bewölkte Himmel doch noch den Gefallen: es fallen ein
paar Regentropfen - gerade genug, um die unzähligen vielversprechenden
Steine am Strand bunt aufleuchten zu lassen…
Und noch etwas beginnt aufzuleuchten, nachdem der kurze Regen
weitergezogen ist (vermutlich hat es anderswo kräftig gegossen!): ein
Regenbogen über dem Alsen Fjord. Klar und wunderschön.
Danach liegt Nord Alsen für einen Moment von der Sonne beschienen im
Dunst jenseits des Fjords.
Auf dem Rückweg gibt es dank der Nässe mehr zu entdecken…
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| pylerlitischer Granit | Karlshamn-Granit | feldspatführender Diabas |
In regelmäßigen Abständen stehen die Angler im flachen Wasser, sonst
bleibt der Strand menschenleer.
Im Rückblick sehen wir das Hoved im Licht der späten Nachmittagssonne
liegen, ein heiterer Ausklang eines schönen Strandspaziergangs.
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| Strandangler | Varnaes Hoved | Abendlicht |
Übrigens hält Varnaes Hoved auch die Möglichkeit zum Primitiv-Campen
bereit. Eine kleine Wiese mit Grill und Sitzplatz erlaubt das
Übernachten.
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| Einfache Zeltmöglichkeit am Varnaes Hoved | |




























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