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Landschaft  -  Geotope -  Das Tal der Munkbrarupau

 

 

  Das steilwandige, malerische Tal der kleinen Munkbrarupau
geht auf den Verlauf eines starken
spätglazialen Schmelzwasserflusses
zurück.
Wie bei allen ostseenahen Bächen war die Fließrichtung allerdings zunächst umgekehrt - vom Gletscher weg
Richtung (Süd)Westen.
  Munkbrarupau 1  
 
Erst mit dem Abschmelzen der Gletscher versiegte allmählich der Schmelzwassernachschub im Osten. Die aufgeschütteten Sanderflächen der heutigen Geest stellten dagegen eine wirksame Barriere im Westen dar, während die Toteisreste in den Tälern im Osten dort den Level tief hielten. So fanden die spät- und postglazialen Niederschlagswässer im östlichen Angelner Moränengebiet in diesen Tälern den Weg „zurück“ in die entstehende Ostsee. Teilweise ist das Gefälle der Auen, vor allem nah der Förde, überraschend.
 

    Skizze    
         
In einem späten Stadium der letzten Vereisung* verlief eine Eisrandlinie in großem Bogen von Dybboel über Holnis - östlich an Munkbrarup vorbei - Richtung Sörup. Das Munkbrarupautal lag parallel zum Eisrandbogen und nahm ähnlich einem kleinen Urstromtal die vom Gletscher strömenden Wässer auf, um sie nach Südwesten zu führen.

Ein Gletschertor bei Wahrberg ließ einen kleinen Binnensander entstehen und füllte einen Eistausee (das heutige Rüder Moor). Sicher gab es zusätzlich eine Entwässerung zum Munkbrarupautal. Heute liegt das Gelände trocken. Der Gemarkungsname Iskiersand deutet auf den kleinen Binnensander vor diesem Gletschertor hin.

Vermutlich war die Innenförde während des zweiten „Jungbalt“-Stadiums* zumindest partiell mit einem Eisstaussee gefüllt. Zeitweise könnte auch das Wasser dieses Sees von Norden mehr oder weniger hoch in das Munkbrarupautal eingedrungen sein.
 
Die Seen im unteren Verlauf des Munkbrarupautales (Rüder Mühlenteich und Glücksburger Schloßteich) sind künstlich aufgestaut.
Die charakteristische Anlage von gestaffelten Seebecken, wie wir sie aus Tunneltälern kennen, ist von Schmelzwassertälern nicht bekannt; in ihnen strömte das Wasser, deshalb sind sie im Profil V-förmig - nicht U-förmig wie Tunneltäler.

Wenn das Tal der Munkbrarupau auch nicht offiziell als Geotop aufgelistet ist, ist es doch als sehr reizvoller Landschaftsraum geschützt und als FFH-Gebiet benannt.
Es veranschaulicht die
Dynamik der Landschaftsentstehung nah am Eisrand.
  Munkbrarupau 2  

*(dänisch: „Jungbalt 2“ wird von deutschen Quartärgeologen als eine späte Vereisungsrandlage des Rosenthal-Stadiums betrachtet).
Angaben nach geologischen Karten (erstellt von Per Smed, Birkerød, DK), mit Genehmigung des Autors.